Stillen. Deine Superkraft
Diese 5 Tools gehören in deine Superheldinnen-Ausrüstung
Stillen. Deine Superkraft. Was für ein schönes Motto für die diesjährige Weltstillwoche 2026. Und gleichzeitig musste ich beim Lesen direkt denken: Eine Superkraft klingt irgendwie danach, als müsste das alles ganz von allein funktionieren, oder?
Als wäre Stillen so: Baby anlegen, Milch fließt, alle glücklich. Ende der Geschichte. 🦸♀️
Aber bei vielen Familien ist es nicht so - manchmal ist Stillen kein Super-Ding, das nebenher läuft, sondern eben auch anstrengend, ungewohnt oder schlicht komplizierter als gedacht.
Aber eine echte Superheldin zeichnet sich für mich nicht dadurch aus, dass sie jedes Problem allein löst. Sondern auch dadurch, dass sie weiß, welches Werkzeug ihr gerade helfen kann und wann sie sich Unterstützung holt.
Genau deshalb packen wir heute einmal nicht deine Hausapotheke, sondern deinen Werkzeugkoffer für deine stillende Superheldinnen. Darin stecken 5 Tools, die vielleicht überraschend simpel klingen, aber im Stillalltag richtig praktisch sein können:
Vom kleinen Oxytocin-Booster über Power-Pumping und einen selbst gemachten Brustdonut bis hin zu einem ganz normalen festen Kissen, das dich beim Stillen und Chillen unterstützt.
Und Tool Nummer 5? Das lässt sich nicht in die Wickeltasche stecken: eine Stillberaterin, die gemeinsam mit dir hinschaut, wenn es beim Stillen nicht rundläuft.

Tool #1: Der Oxytocin-Booster – wenn die Milch nicht so richtig fließen will
Kennst du das? Dein Baby möchte trinken, ist aber schon frustriert, weil deine Super-Milch nicht sofort fließt? Dann kommt unser erstes Tool ins Spiel: der Oxytocin-Booster.
Oxytocin, das sogenannte Liebes- und Kuschelhormon, spielt beim Stillen eine wichtige Rolle. Es sorgt dafür, dass die bereits gebildete Milch ins Fließen kommt und der Milchspendereflex ausgelöst wird.
Und das Spannende: Die Ausschüttung von Oxytocin kann auf ganz unterschiedliche Weise angeregt werden – also nicht nur durchs Stillen. Zum Beispiel durch Wärme, Berührung und Stimulation.
Genau das können wir uns vor dem Stillen zunutze machen. Und hier kommt eine kleine Anleitung, wie du dich mit der sogenannten Oxytocin-Massage auf das Stillen vorbereiten kannst:
Oxytocin-Massage: So geht’s
- Brustdrüsengewebe oben und unten massieren:
Massiere deine Brust sanft mit den Händen. - Brustdrüsengewebe rechts und links massieren:
Wiederhole die Massage an den Seiten deiner Brust. - Brustwarze stimulieren:
Streiche sanft von außen nach innen über deine Brust – bis hin zur Brustwarzenspitze. - Brustwarze aufstellen:
Zupfe deine Brustwarze vorsichtig mit den Fingern in Form, sodass sie gut aufgestellt ist. - Milchshake!
Zum Schluss darfst du deine Brust einmal ordentlich durchschütteln. Das lockert – und zaubert dir vielleicht direkt ein kleines Lächeln ins Gesicht. 😅
Und mit dieser guten Stimmung darf es dann losgehen: Baby anlegen und stillen.
Und das Beste daran? Für dieses Tool brauchst du eigentlich nur deine Hände.

Tool #2: Der Prolaktin-Booster – Power-Pumping für deine Milchbildung
Während wir bei Tool #1 die Super-Milch ins Fließen bringen wollten, kümmern wir uns jetzt darum, die Milchbildung anzuregen. Und dafür schauen wir uns einen weiteren wichtigen Mitspieler beim Stillen an: Prolaktin.
Prolaktin ist das Hormon, das für die Milchbildung eine entscheidende Rolle spielt. Vereinfacht gesagt bekommt deine Brust durch häufige Stimulation die Nachricht: „Hey, hier wird mehr Milch gebraucht!“ Dadurch steigt der Prolaktinspiegel und die Milchproduktion wird angeregt.
Idealerweise wird die Brust durch häufiges Stillen immer wieder stimuliert. Aber auch bei Superheldinnen läuft nicht immer alles rund – und dann kann auch eine Milchpumpe zum Anregen der Milchbildung eingesetzt werden.
Das Prinzip des Immer-wieder-Anregens nennt man Power-Pumping. Und das geht so:
Power-Pumping: So funktioniert’s
Beim Power-Pumping wird nicht einfach möglichst lange am Stück gepumpt. Stattdessen wechseln sich kurze Pump- und Pausenphasen ab:
- 5–10 Minuten pumpen → 5–10 Minuten Pause → wieder pumpen
- Diesen Wechsel wiederholst du insgesamt 3–4 Mal.
Die Idee dahinter: Die vielen kurzen Pumpzyklen ahmen häufige Stillmahlzeiten nach und geben deinem Körper damit wiederholt das Signal: Hier wird mehr Milch gebraucht.
Und keine Sorge: Du musst während der Pausen nicht ehrfürchtig deine Milchpumpe anstarren. 😅 Steh lieber auf, dreh eine Runde oder kuschel mit deinem Baby – und dann geht’s in die nächste Runde.
Kurz gesagt: Beim Oxytocin-Booster ging es ums Fließen, beim Prolaktin-Booster geht es ums Bilden. Zwei Hormone, zwei unterschiedliche Aufgaben – und zwei praktische Tools für deinen Still-Werkzeugkoffer.

Tool #3: Der Brustdonut – große Erleichterung für empfindliche Brustwarzen
Wunde Brustwarzen und dann scheuert auch noch der BH? Autsch. Genau für diesen Moment gibt es ein ziemlich simples Hilfsmittel: den Brustdonut.
Gerade wenn deine Brustwarzen empfindlich oder wund sind, kann schon der Kontakt mit BH oder Kleidung richtig unangenehm sein. Der Brustdonut wird so um die Brustwarze gelegt, dass weniger direkter Druck auf die empfindliche Stelle entsteht.
Und noch etwas ist wichtig: Die Brustwarze wird nicht mehr abgeknickt, sondern kann aufrecht stehen. Das macht das Tragen nicht nur angenehmer, sondern verbessert auch die Durchblutung der Brustwarze und kann damit die Wundheilung unterstützen.
Außerdem richtig praktisch: Du kannst einen Brustdonut ganz einfach selber machen. Verschiedene DIY-Möglichkeiten findest du in meinem Artikel „Brustdonut für wunde Brustwarzen“.
Den fertigen Donut legst du so auf die Brust, dass die Brustwarze genau in der Mitte liegt. BH oder Kleidung drücken dann nicht mehr direkt auf die empfindliche Brustwarze.
Und glaubt mir, die Brustwarze fühlt sich dann gleich viel besser an!

Tool #4: Ein festes Kissen – für besseres Stillen und Chillen
Beim Stillen denkst du wahrscheinlich zuerst an dein Baby und deine Brust. Aber wie sitzt DU dabei eigentlich?
Schultern hochgezogen, Rücken krumm, Arm irgendwo unter dem Baby eingeklemmt? Gerade wenn eine Stillmahlzeit länger dauert, kann eine unbequeme Position ganz schön anstrengend werden.
Und dafür brauchst du nicht unbedingt besonderes Equipment. Ein ganz normales festes Kissen kann schon helfen, deinen Arm abzustützen und eine bequemere Stillposition zu finden.
Mach’s dir wirklich bequem
Bevor du dein Baby anlegst, schau einmal kurz auf dich: Sitzt du bequem? Sind deine Schultern locker? Kannst du deinen Arm ablegen oder hältst du das Gewicht deines Babys die ganze Zeit selbst?
Ein festes Kissen stützt
dich und deinen Körper, sodass du dich beim Stillen nicht die ganze Zeit selbst „halten“ musst. Deine Schultern können entspannt liegen und auch der Druck aus der Brustmuskulatur wird genommen.
Weniger Anspannung kann dabei helfen, dass die Milch besser fließt.

Und wenn nach dem Stillen trotzdem alles etwas fest und verspannt ist, (wir Superheldinnen können ja nicht immer alles perfekt machen!), kannst du deinem Oberkörper noch ein bisschen Bewegung gönnen:
- Brustmuskel massieren: Massiere den Bereich oberhalb der Brust sanft mit den Fingern.
- Brust- und Schultermuskulatur dehnen: Strecke deinen Arm aus und drehe deinen Oberkörper vorsichtig in die entgegengesetzte Richtung.

Tool #5: Deine Stillberaterin – deine Superheldinnen-Partnerin
Und dann gibt es noch ein Tool, das in keinen Stillkoffer passt: eine Stillberaterin – wie zum Beispiel mich.
Denn auch wenn du Superkräfte hast, musst du nicht jedes Stillproblem allein lösen. Manchmal braucht es einfach jemanden, der von außen draufschaut und gemeinsam mit dir herausfindet: Wo hakt es eigentlich gerade?
Eine Stillberaterin kann dich und dein Baby begleiten, genau hinschauen und mit dir nach Lösungen suchen, die zu euch und eurer ganz persönlichen Situation passen. Und sie hilft dir dabei, aus dem ganzen Wirrwarr an gut gemeinten Tipps die Informationen herauszufiltern, die für euch wirklich hilfreich sind.
Denn beim Stillen gibt es eben nicht immer die eine Lösung nach Schema F. Was für Mama A und ihr Baby wunderbar funktioniert, muss für Mama B noch lange nicht passen.
Und Unterstützung zu holen bedeutet nicht, dass deine Superkraft versagt hat. Im Gegenteil:
Zu wissen, wann du Unterstützung brauchst und wo du sie bekommst, gehört für mich genauso zur Superkraft Stillen dazu.

Deine Superkraft beginnt am besten schon vor dem Stillstart
Natürlich kannst du dir all diese Tools genau dann zusammensuchen, wenn du sie brauchst. Noch besser ist es aber, wenn du deinen Still-Werkzeugkoffer schon vor der Geburt ein bisschen packst.
Genau dafür gibt es meinen Stillvorbereitungskurs. Dort kannst du dich schon vor dem Stillstart mit den wichtigsten Grundlagen beschäftigen und dich auf die erste Zeit mit deinem Baby vorbereiten.
Und wenn du lieber etwas in der Hand hast – oder später im Wochenbett noch einmal schnell nachschlagen möchtest – gibt es mein Buch Stillstart. Es ist sowohl zur Stillvorbereitung gedacht, begleitet dich aber auch durch die erste Zeit mit deinem Baby. Besonders wichtig war mir dabei der Erste-Hilfe-Teil: Was kannst du tun, wenn es beim Stillen plötzlich hakt?
Denn genau darum geht es mir: Du musst nicht jedes Stillproblem vorhersehen und schon gar nicht alles perfekt können. Aber du solltest wissen,
was du selbst ausprobieren kannst und wann du dir Unterstützung holen solltest.

Und wenn du selbst mit stillenden Familien arbeitest …
… dann kannst du ein bisschen Superkraft weitergeben. 🦸♀️
Für Hebammen, Stillberaterinnen und anderes Fachpersonal gibt es passend zur Aktion neue Beratungskarten in meinem Shop. Die kannst du in deinen Kursen und Beratungen an Schwangere und stillende Mamas verteilen.
Die Beratungskarten kannst du in meinem Shop für Fachpersonal kostenlos bestellen – und damit ein bisschen Superkraft in deinen Kursen und Beratungen verteilen.
Denn Stillen ist deine Superkraft. Und Wissen hilft dir, sie selbstbewusst einzusetzen. 💪

Hallo, ich bin Clara Steinbrück
Apothekerin I Stillberaterin I Mama
Ich blogge
aus der Apotheke
in dein Kinderzimmer und pack dir
Wissen in deine Hausapotheke!
✔ Erkältungs-Buch: Kinderleicht durch die Erkältungszeit
✔ Eltern-Kind-Treff in Freiburg
✔ Stillvorbereitungskurs - online und in Freiburg
✔ Stillberatung rund um (Mutter-)Milch
Ich übersetze dir das ganze theoretische Fachwissen aus dem Beipackzettel in
praktische Tipps, die du ganz leicht in deinen Familienalltag einbauen kannst.
Lies noch weiter in meinem Blog:
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